Das Engagement der deutschen Brauwirtschaft

Die deutsche Brauwirtschaft mit ihren rund 35.000 Beschäftigten und derzeit rund 1.350 kleinen und großen Braustätten stellt auf der Grundlage des Reinheitsgebots aus dem Jahr 1516 eines der Kulturgüter unseres Landes her und prägt das gesellschaftliche Leben im positiven Sinne auf vielfache Weise. Deutsche Bierkultur zeichnet sich seit jeher durch Genuss in vielen Lebenssituationen aus.

Wenn auch Bier bei gesundheitlicher Betrachtung ein gesundes Lebensmittel ist und seine positiven Eigenschaften nicht aufgehoben werden durch fehlgeleitete Trinkgewohnheiten einzelner, bekennen sich die deutschen Brauer zu einem verantwortungs- und situationsgerechten Konsum. Sie erkennen an und bringen sich aktiv ein, dass in bestimmten Lebenssituationen keine alkoholhaltigen Getränke genossen werden sollten z.B.

  • als Kind oder Jugendliche(r) unterhalb des gesetzlichen Abgabealters,
  • im Straßenverkehr,
  • bei gefahrgeneigter Arbeit,
  • während der Schwangerschaft und Stillzeit und
  • bei der Einnahme von Medikamenten.

Die Verantwortung im Umgang mit Alkohol dokumentiert die Brauwirtschaft in ihrem Programm, das für alle Mitgliedsbrauereien verbindlich ist.

Das alkoholpolitische Selbstverständnis der Deutschen Brauer ist geprägt durch Verantwortung und Dialogbereitschaft und gekennzeichnet durch Aufklärung und Prävention.

Memorandum der deutschen Brauer zum verantwortungsgerechten Konsum von Bier

Seit jeher erfüllt Bier neben der Stillung des Durstes das Bedürfnis nach Genuss, Erfrischung, Anregung und Belebung, Entspannung und Auflockerung. Bier nimmt dabei eine gesellschaftliche Funktion ein und hat wegen seiner hohen gesellschaftlichen Bedeutung einen besonderen Platz in unserer Kultur. An seiner Popularität hat sich bis heute nichts geändert.

Dabei ist Bier von einem Grundnahrungsmittel immer mehr zu einem Genussmittel avanciert. In ihm verdichten sich Lebensweise und Selbstverständnis. Die Erlebnisweise von Bier wird vor allem durch den Geschmack und die durstlöschende Wirkung bestimmt. Letztlich ist das Image von Bier im hohen Maße dynamisch. Damit nimmt Bier eine einmalige Stellung unter den Getränken ein mit einem breit angelegten Genussrahmen.

Die deutschen Brauer engagieren sich seit 1993 gegen das Autofahren unter Alkoholeinfluss.

Der Konsum von Bier steht für Genuss und Lebensqualität, Geselligkeit und Kommunikation. Die deutschen Brauer setzen auf den verantwortungsvollen und moderaten Konsum von Bier, wie ihn die meisten Menschen in Deutschland auch praktizieren. Der weitaus überwiegende Teil der Bevölkerung entscheidet verantwortungsbewusst. Weder für diese Menschen, noch für ihre Umgebung ist ein solcher Konsum schädlich. Die positiven Eigenschaften von Bier werden nicht aufgehoben durch fehlgeleitete Trinkgewohnheiten einzelner. Diese gehen zurück auf das individuelle Verhalten von Menschen, das meist komplexe Ursachen hat, für die die Brauwirtschaft nicht verantwortlich zeichnet.

Die deutsche Brauwirtschaft hat gleichwohl ein erhebliches Interesse daran, dass Bier verantwortungs- und situationsgerecht genossen wird. Deshalb bringt sie sich mit ein, einen verantwortungsbewussten Umgang mit alkoholhaltigen Getränken zu fördern. Die deutschen Brauer werden auch künftig mit sinnvollen und effizienten Aktionen aufklären. Denn nur ein breites Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit alkoholhaltigen Getränken, die dauerhafte Förderung der Eigenverantwortung sowie die Kompetenz des Verbrauchers, mit den mit Alkohol verbundenen Risiken adäquat umgehen zu können, werden Missbrauch dauerhaft verhindern können.

Vor diesem Hintergrund verabschieden haben die im Deutschen Brauer-Bund zusammengeschlossenen deutschen Brauer das nachfolgende Memorandum verabschiedet:

  1. Bier ist ein Lebensmittel, das Lebensfreude und Genuss verspricht.
  2. Die deutschen Brauer wenden sich gegen jeden Versuch, ihre Produkte in die Nähe illegaler Substanzen zu rücken oder ihre Vermarktungsfreiheit einzuschränken.
  3. Die deutschen Brauer erkennen an, dass in bestimmten Lebenssituationen kein Alkohol genossen werden sollte, wie z. B. im Straßenverkehr, bei gefahrgeneigter Arbeit, während der Schwangerschaft und Stillzeit, von Kindern und Jugendlichen und in Zusammenhang mit der Einnahme von Medikamenten. Die deutschen Brauer fordern und fördern fundierte Aufklärung zu diesem gezielten Verzicht auf Alkoholkonsum in bestimmten Lebenssituationen.
  4. Die deutschen Brauer verhindern durch eine verantwortungsvolle Gestaltung ihrer Werbung, dass Darstellungen oder Aussagen in der kommerziellen Kommunikation für ihrer Erzeugnisse als Aufforderung zum Missbrauch oder zum schädlichen Konsum von Bier oder als Ansprache von Kindern und Jugendlichen missverstanden werden können.
  5. Die deutschen Brauer unterstützen die Einhaltung der vom Gesetzgeber bestimmten Altersgrenzen beim Konsum und der Abgabe von alkoholhaltigen Getränken an Kinder und Jugendliche.
  6. Die deutschen Brauer erklären sich ausdrücklich zur aktiven Kooperation auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene bereit, mit Politik, Institutionen der Gesundheitsförderung und anderen mehr, um Aktivitäten zu bündeln und neue Aktionen zu stärken.

Im Brauer-Kodex beziehen sie konkret Position zum bewussten, verantwortungsvollen Genuss und unterwerfen sich einem Verhaltenskodex, der bewusst über die gesetzlichen und freiwillig gesteckten Rahmenbedingungen für den Handel mit und die Bewerbung von Bier hinausgeht. 
Download: Brauer-Kodex

Insbesondere der Kinder- und Jugendschutz steht im Fokus des Leitfadens für ein verantwortungsvolles Sponsoring, der Orientierung und Handlungsanleitungen für Veranstaltungen gibt.
Download: Leitfaden für ein verantwortungsvolles Sponsoring

Verantwortung

Verantwortung zeigen die deutschen Brauer bei der Herstellung, der Bewerbung und dem Verkauf des alkoholhaltigen Getränks Bier und weisen diese u. a. nach durch Akzeptanz und Einhaltung von gesetzlichen als auch freiwilligen Regeln - insbesondere die zur kommerziellen Kommunikation.

Durch Mitgliedschaft im Zentralverband der Werbewirtschaft (ZAW) und Einhaltung der freiwilligen Verhaltensregeln über die kommerzielle Kommunikation für alkoholhaltige Getränke garantieren die deutschen Brauer eine moralisch und ethisch klare Positionierung zur verantwortungsvollen Bewerbung der eigenen Produkte. So wurden in Anbetracht der aktuellen alkoholpolitischen Diskussion um den steigenden Alkoholmissbrauch durch Jugendliche und Angeboten zu Flatrate-Tarifen die Verhaltensregeln diesbezüglich präzisiert und werden so dem von der Wirtschaft für notwendig erachteten, engeren Gestaltungsrahmen gerecht. Die Überwachung der Einhaltung dieser Regeln, die Organisation des Beschwerdeverfahrens sowie die Beurteilung und Abmahnung möglicher Verfehlungen obliegen dem für die deutschen Brauer neutral gegenüberstehenden Entscheidungsgremium Deutscher Werberat.

In Bekenntnis ihrer Verantwortung haben sich die deutschen Brauer aber auch dafür eingesetzt, eine freiwillige Vorkontrolle aller ihrer Werbemaßnahmen durch den Deutschen Werberat einzurichten. Mittlerweile lassen die größten deutschen Braugruppen, die deutschlandweit im Fernsehen und Rundfunk werben, ihre geplanten Werbemaßnahmen auf Konformität zum Wettbewerbsrecht und den Verhaltensregeln des Deutschen Werberats prüfen. Sie unterstützen damit zugleich eine Selbstverpflichtung (Commitment), die der europäische Dachverband der Brauer, The Brewers of Europe, beim Forum Alkohol & Gesundheit der EU-Kommission abgegeben hat.

Im Dialog

DIALOGBEREITSCHAFT zeigen die deutschen Brauer in und mit ihrem Engagement gegen den Missbrauch von Bier, bei dem sie andere einladen sich hieran zu beteiligen und somit eine gemeinsame Intensivierung der Aufklärungs- und Präventionsbemühungen voranzutreiben.

Die deutschen Brauer haben, um gerade auch im Bereich des Breiten- und Spitzensports eine größere Sensibilisierung in Bezug auf Prävention von Alkoholmissbrauch zu schaffen, den Dialog mit Spitzenvertretern des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und des Deutschen Fußballbundes (DFB) gesucht und die Fortsetzung der Zusammenarbeit gefestigt.

Mit der Dachkampagne „BIER BEWUSST GENIESSEN bekennt sich die Branche optisch zur verantwortungsvollen Herstellung und einem ebensolchen Vertrieb von Bier. Viele Brauereien setzen das Logo auf ihren Flaschen und Verpackungen ein. Es ziert Plakate, Flyer, Unternehmensbroschüren sowie Internetpräsenzen.

Mit der Jugendschutzkampagne „BIER? SORRY. ERST AB 16, die Teil der Dachkampagne ist, soll vor allem Verkaufspersonal sensibilisiert werden. Mit Plakaten, Aufklebern und digitalisierten Schulungsmodulen unterstützen die Brauer den Einzelhandel bei der Einhaltung der bestehenden Gesetze. Aufklärung und Überzeugungsarbeit stehen dabei im Vordergrund, um dem Vollzugsdefizit im Jugendschutz aktiv zu begegnen. Auf der Homepage ist ein interaktiver Wissenstest zum praktisch-spielerischen Erlernen und Abfragen des Wissens rund um den Jugendschutz installiert. Ein erfolgreiches Abschneiden wird durch einen Wissenszertifikat belohnt.

Mit der Fahrsicherheitskampagne „DON’T DRINK AND DRIVE“ senden die deutschen Brauer gemeinsam mit anderen Branchen bereits seit Anfang der 1990er Jahre klare Botschaften gegen Alkohol am Steuer aus. Die Kampagne für Punktnüchternheit im Straßenverkehr richtet sich vor allem an Jugendliche Fahranfänger. Die Webpräsenz enthält in der Sprache der Jugend Informationen. So genannte Party-Patrols klären in Diskotheken u.a. mit Fahrsimulatoren über die Folgen von Alkohol am Steuer auf und halten dadurch eine junge Zielgruppe von einem möglichen Missbrauch ab. Die Kampagne wird in einzelnen Bundesländern reihum durchgeführt. In 2010 war Hessen Schwerpunktregion des diesbezüglichen Engagements. Der Deutsche Brauer-Bund hat im Übrigen gemeinsam mit den Partnern der Kampagne die „European Road Safety Charter“ (ERSC), bei der sich viele Akteure dafür einsetzen, dass langfristig eine Senkung der Unfälle unter Alkoholeinfluss erreicht wird, unterschrieben. Mittlerweile wurden im Rahmen der Kampagne durch Peer-Projektmaßnahmen schon über 10.000 Fahrschüler von Gleichaltrigen über die Gefahren von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr aufgeklärt.